Tierisch hören ohne Ohren

Tierisch hören ohne Ohren

Tierisch hören ohne Ohren

„Ohren, wer braucht schon Ohren!“ Kann der Leitspruch von so manchen Tieren heißen. Bekanntermaßen steckt das Tierreich voller Absurditäten und einzigartiger Schöpfungen. Während einige Tiere, wie der Elefant auf Riesenohren schwören und diese nicht nur zum Hören benutzen, sondern auch als Fächer missbrauchen um sich in der sengenden Sonne Abkühlung zu verschaffen; gibt es auch Tiere denen die Ausprägung der äußeren Ohren komplett fehlt. Doch fehlt diesen Tieren damit auch jeglicher Hörsinn, sind alle Ohrlosen Lebewesen taub?

Eines dieser kuriosen, ohrlosen Geschöpfe ist zum Beispiel der Nacktmull aus der Halbwüste Ostafrikas. Mit seinem nahezu haarlosen Äußeren, wo die Haut lose und faltig am Körper anliegt, würde er wahrscheinlich niemals einen Schönheitswettbewerb der Nagetiere gewinnen. Auch das Fehlen von Ohren verschaffet ihm keine Zusatzpunkte auf der Schönheitsskala der Tiere. Das arme fast blinde Wesen mit fehlenden Ohrmuscheln, besitzt lediglich zwei kleine Ohröffnungen. Nichtsdestotrotz muss er sich dank seiner Nullsichtigkeit komplett auf sein Gehör verlassen, um in seinem Bau zu überleben. Ähnlich wie Bienen lebt der Nacktmull in einer Kolonie – die jedoch unterirdisch ist – und von einem fortpflanzungfähigen Weibchen geleitet wird. Apropos Bienen, auch sie haben keine Ohren und wurden deshalb lange für taub gehalten. Womit sollen sie denn auch hören, sie haben gar keine Ohröffnungen. Doch Bienen können hören; mit einem Organ an der Fühlerbasis. Alle Insekten ‚hören’ mit Membranen, die sich teils an ihren Beinen im Kniebereich, teils am Kopf in Mundnähe befinden. Manche Insekten nutzen sogar ihren gesamten Hinterleib als Hörinstrument – da kann so mancher Mensch nur froh sein richtige Ohren zu haben. Mit ihrer Hörmembran nehmen Insekten Schwingungen wahr, ähnlich wie ein Radio Signale aus der Antenne empfängt.

Aber was ist mit den Tieren ohne Ohröffnungen oder praktische Ohr-Ersatz-Membrane? Richtig, sie werden kreativ und nutzen einfach andere Organe um Geräuschschwingungen zu lokalisieren.

Wie können beispielsweise Schnecken – ja wieder kein Kandidat für einen Beautywettbewerb – hören? Sie haben weder Ohren, noch Beine, noch starre Antennenfühler. Den meisten Kriechtieren, dazu gehören auch Schlangen und Würmer, fehlen die Lauscher und somit auch der Hörsinn. Aber sie nutzen andere Sinnesorgane um Schwingungen wahrzunehmen. Natürlich gibt es auch ganz andere Schnecken die manchmal nichts hören können oder wollen. Diese befinden sich jedoch nicht in der freien Natur, sondern liegen im Innenohr der menschlichen Öhrchen und bilden das Rezeptorfeld der Hörwahrnehmung. Dank des falschen Hörverhaltens, zu laute MP3-Player oder Partys werden diese Schnecken noch tauber als ihr Namensgeber; sozusagen eine Rückevolution zum „Hä? Was hast du gesagt? Bin taub wie eine Schnecke.“

Hier noch einige Infos zum Nacktmull: