Kampf der Gitarrenkultur

Vielseitigkeiten der E-Gitarre, Fotograf: Rick Harris

Vielseitigkeiten der E-Gitarre, Fotograf: Rick Harris

Gitarrenähnliche Instrumente gibt es, wenn man Wikipedia glaubt,  schon seit über 5000 Jahren. In dieser Zeit hat sich einiges in der Entwicklung der mehrsaitigen Instrumente getan. Im Zeitalter der Elektrizität hat auch diese das Spiel der Gitarristen maßgeblich beeinflusst. Nicht nur bei Stimmgeräten, digitalen Metronomen und anderen Utensilien, nein auch beim Instrument selbst – der E-Gitarre und deren Herstellern.

Das Prinzip ist relativ einfach. Ein solches Instrument verfügt erst einmal nicht wie ihre rein akustischen Kollegen über einen Hohlraum, in dem die Resonanz verstärkt werden kann. Bei A-Gitarren ist dies für die Lautstärke des Klanges verantwortlich. Eine E-Gitarre hat dafür aber einen oder mehrere Tonabnehmer. Diese nehmen die magnetischen Schwingungen der Stahlsaiten auf und wandeln diese in elektrische Signale um. Über das notwendige Kabel an der Gitarre wird dieses Signal an den Verstärker weitergeleitet und dort „verstärkt“. Gitarristen lieben Sound – aber nur den gewünschten.

Die Variationsmöglichkeiten beim Gestalten des richtigen Tons sind vielfältig. Von Verstärkern, Tonabnehmern, Materialien für den Korpus, Saitenstärken und natürlich Effektgeräten ist die Spanne weit gestreckt. Mischt man nun noch die verschiedenen Vorlieben, die uns Menschen von Natur aus inne wohnen, dazu, wird ersichtlich dass es nicht das Setup für jeden gibt. In folge dessen entstanden die verschiedenen Hersteller für Gitarren. Besonders populär sind in der Welt der E-Gitarren die beiden Urgesteine Fender und Gibson . Beide haben einen großen Anteil am Kulturgut des Gitarrenspielens. Besonders berühmt steht die „Les Paul“ auf der Seite Gibsons und die vielen Tele- bzw. Stratocaster auf der von Fender. In der Zeit nach 1946 entstand ein reger Wettbewerb zwischen den beiden Firmen. Und das in einem Maßstab, der bis dahin ungeahnt war. Die Möglichkeit der Massenfertigung stand auf beiden Seiten zur Verfügung und wurde intensiv genutzt. Beide Seiten setzten Intensiv auf Repräsentanten der Musikindustrie, die auch Laien bekannt sein sollten:

Leo Fender 1978

Leo Fender 1978, Quelle: Wikipedia, K13

Fender: Eric Clapton, Jeff Beck, Jimi Hendrix, Eric Johnson, Robert Cray, Mark Knopfler

Gibson: Jimmy Page, Albert King, BB King, Bob Dylan, Johnny Smith

So wurde nicht nur Gitarrenprofis vorgeführt welchen tollen Sound ihre Gitarren erreichen können, sondern auch Laien gezeigt, wer das Unternehmen repräsentiert. Alles eine Frage des Marketings also. Und dies wird nicht nur von den Unternehmen selbst geführt. Auch musikaffine Journalisten haben diesen „Kampf der Gitarrenkultur“ erkannt. Angeregt von den eigenen Erfahrungen finden sich auch auf youtube unzählige Vergleiche und sogar Promotionsvideos der beiden Unternehmen.

Trotz all dem Werberummel gibt es aber noch traditionelle Werte, welche die beiden Unternehmen unterscheiden. Während Fender eher für glockige Töne steht, besticht insbesondere die Les Paul von Gibson mit einem fetten Sound, der insbesondere die Blues- und Jazz-Gitarristen begeistert. Viele weitere Unterschiede sollen hier nicht genannt werden.  Für die meisten Neulinge bleibt sowieso nur der Besuch eines lokalen Gitarrenhändlers. Da heißt es dann testen, testen und nochmal t esten. Am Ende steht häufig die Erkenntnis, dass man doch irgendwie Gibson und Fender gut findet und am liebsten ein Modell von beiden kaufen würde. Und da sag noch mal einer „Es kann nur einen geben“.

Steffen Büchner

Nützliche Links für Musiker in der Zwickmühle:

Objektive Qualitätsunterschiede oder doch alles persönliche Vorliebe?

Fender bei Wikipedia

Gibson bei Wikipedia

Gitarre Lernen – Wikibooks