Wer piept denn da?

VögelEgal ob in der Stadt oder auf dem Land, wo man auch wohnen mag, gehören Vogelstimmen nach wie vor zu den gängigen Alltagsgeräuschen. Was man jedoch zu hören bekommt kann sehr unterschiedlich ausfallen. Das Gurren einer Taube, das unverkennbare „kuckuck, kuckuck“ des gleichnamigen Vogels oder auch das Hämmern eines Spechts werden die meisten von uns noch zweifelsfrei zuordnen können. Vielleicht auch noch die Nachtigall oder Amsel im heimischen Garten. Viele stoßen danach jedoch bald an ihre Grenzen. Fest steht, dass jede Art über ein ganz eigenes Lautspektrum verfügt, durch das sie für das geübte Ohr eindeutig identifizierbar ist.

Wendet man sich dem Lautspektrum der Vogelwelt zu, so lässt sich der Ruf vom Gesang unterscheiden. Während Rufe in Form von kurzen prägnanten Lauten über das gesamte Jahr hinweg den Vögeln zum Zweck der direkten Kommunikation dienen, ist der Gesang durch seine Länge und Varianz gekennzeichnet. Er verfolgt das Ziel Weibchen anzulocken oder das eigene Revier abzugrenzen.

Bereits innerhalb einer Familie weichen die einzelnen Arten in ihren Lautäußerungen deutlich voneinander ab. So unterscheidet sich die, durch Harry Potter bekannt gewordene, Schnee-Eule beispielsweise durchaus von der Schleiereule.

Aber auch innerhalb einer Art kann es zu Abweichungen kommen. So fallen einige Arten durch geographisch bedingte Dialekte auf. Besonders bekannt für ihre mannigfaltigen Dialekte ist die Goldammer. Je nach Region zwitschert sie unterschiedlich. Innerhalb eines bestimmten Sprachraums wird in der Regel der dort übliche Dialekt Anwendung finden. Erfolgt jedoch ein Umzug über eine Sprachgrenze hinweg, so kann es bei den betroffenen Individuen zu einer Zweisprachigkeit kommen, indem beide Dialekte beherrscht und je nach Bedarf verwendet werden.

Während sich die Vögel auf dem Land, bedingt durch die relativ leise Umgebung, verhältnismäßig leicht Gehör verschaffen können, haben es ihre Artgenossen in den Großstädten deutlich schwerer. Durch den vermehrt steigenden Geräuschpegel in den Städten geht ihr Gesang zunehmend unter. In der Folge haben einige Arten Strategien entwickelt um dem entgegenzuwirken. So wurde zum einen  eine Verlagerung der Aktivität in die Stunden der Nacht beobachtet, ebenso wie lauterer Gesang und der Gebrauch höherer Tonlagen. Mögliche Folgen dieser Anpassung könnte die Auseinanderentwicklung einer Art sein, je nachdem ob die Individuen in der Stadt oder auf dem Land leben.

Denkt man beim Stichwort „Imitation“ zunächst eher an in Gefangenschaft lebende Papageien oder Wellensittiche, die menschliche Aussagen aufschnappen und wiederholen, kommt dies auch in freier Wildbahn vor. Der Star ist in der Vogelwelt einer der begnadetsten Imitatoren. Das sogenannte „Spotten“ bezeichnet die Imitation anderer Vögel. Also Vorsicht! Auch in der Welt der Vögel muss nicht alles das sein, wonach es zunächst klingt.

Dies soll inzwischen sogar für Handyklingeltöne gelten. Einige Vogelarten sollen in der Zwischenzeit über die Fähigkeit verfügen, das Klingeln eines Mobiltelefons nachzuahmen.

Hier stellt sich schließlich die Frage, ob man das nicht ebenfalls einmal umkehren sollte. Wie wäre es also mit einem melodischem „tschilp, tschilp“ anstelle des aktuellen Tophits aus den Charts? Betrachtet man die Vielzahl von Vogelarten, wäre die Auswahl groß genug, sodass sich wahrscheinlich für jeden Geschmack etwas finden ließe.

Wer nun einige Vogelstimmen oder auch andere Tierstimmen nachhören möchte, ist im Tierstimmenarchiv genau richtig.