Jingles – Markanter Sound im Radio

Im Alltag wird der Mensch von einer Vielzahl von Geräuschen und Klängen begleitet. Für die meisten beginnt der Tag mit dem wenig geliebten Schrillen oder Scheppern des eigenen Weckers, der wieder einmal viel zu früh dem wohlverdienten Schlaf ein jähes Ende bereitet. Ähnlich geräuschvoll gestaltet sich der restliche Tag. Egal, ob man mit dem Schnurren des Automotors und dem gleichmäßigen Klackern des Blinkers oder den wohlvertrauten Durchsagen des öffentlichen Personennahverkehrs in den Morgen startet, geräuschlos läuft der Alltag für die wenigsten ab. Viele der allgegenwärtigen Hintergrundgeräusche nimmt man oftmals schon gar nicht mehr wahr. Ein Medium, das den Zuhörer bei Bedarf mit einer überlegten Soundmischung durch den Tag begleitet, ist das Radio. Oftmals bewusst als Nebenbei-Medium genutzt, verleiht Sounddesign dem Programm Struktur und führt den Hörer durch die Sendung.

 

Als rein auditives Medium kann das Radio seine Hörer bei Bedarf relativ leicht durch den Tag begleiten. Ob das gute, alte Radio daheim genutzt wird oder man per Handy/MP-3-Player unterwegs hört, stets ist für die Rezeption nur ein Sinn erforderlich. Getrost kann man während des Radiohörens zugleich anderen Tätigkeiten nachgehen. So ist es durchaus verständlich, dass sich das Radio nach wie vor großer Beliebtheit erfreut und 2009 im Durchschnitt von jedem immerhin 177 Minuten pro Tag genutzt wurde.

Neben reinen Wortbeiträgen wie den Nachrichten oder dem Wetterbericht, die der Information dienen und Musikstücken, die beim Abschalten und Entspannen helfen können, lassen sich bei genauerer Betrachtung eine Menge gezielter Soundkompositionen ausmachen. Diese werden, da man sie oftmals bereits gewöhnt ist, vom Zuhörer häufig eher unbewusst wahrgenommen. Gleichzeitig aber sind sie fester, nicht wegzudenkender Bestandteil einer Sendung, wie beim Hörspiel oder Feature, oder aber sie dienen der Strukturierung des Programms, indem sie durch bestimmte Signale auf den nächsten Beitrag aufmerksam machen. Solche hinweisenden Klangabfolgen können Jingles sein, die nicht nur in der kommerziellen Werbung, sondern auch im weiteren Radioprogramm als Form der Eigenwerbung zum Einsatz kommen.

Im Laufe eines Radio-Tages wird der Zuhörer mit vielen verschiedenen Jingles konfrontiert, denen stets eine eigene Bedeutung bzw. Hinweisfunktion zukommt und die sich in ihrer Machart stark voneinander unterscheiden können. Stets sind es kurze musikalische Einspielungen, die meist nur wenige Sekunden dauern. Die Erkennungs-, Betonungs- oder Unterbrechungszeichen können dabei eine werbende, ankündigende, verbindende aber auch trennende Funktion haben. Zunächst gibt es da die immergleichen Tonabfolgen, die zur Ankündigung einer bestimmten Rubrik wie z.B. den Nachrichten oder auch ganzen Sendungen eingesetzt werden. Sie helfen bei der Orientierung innerhalb des Radioprogramms, das ohne optische Unterstützung auskommen muss. Ebenfalls der Orientierung dient der eingesprochene Sendername in Verbindung mit einem markanten Soundlogo. An dieser Stelle wird auf den Wiedererkennungswert gesetzt. Zugleich sorgt es dafür, beim Hörer ins Bewusstsein vorzudringen und im Gedächtnis haften zu bleiben. Auch durch Trailer, die auf Teile des eigenen Programms verweisen, wird versucht, mit einer bestimmten Klangzusammenstellung das Interesse zu wecken und die Zuhörerschaft für sich zu gewinnen. Hörerbindung ist an dieser Stelle ein wichtiges Stichwort.

Jingles bestehen neben Musik und Geräuschen oftmals auch aus Worten. Diese Komponenten werden, je nach Jingle variierend, in unterschiedlicher Zusammensetzung und Gewichtung eingesetzt. Je nach angestrebter Zielgruppe fallen die eingesetzten Klangkomponenten sowohl in der Aufmachung als auch in der Häufigkeit ihres Einsatzes je nach Sender sehr unterschiedlich aus.

Auf der einen Seite praktisch, da  die Jingles es ermöglichen, auch bei unkonzentriertem Hören einzelne Programmteile voneinander zu unterscheiden und eine Orientierung ermöglichen, kann ein übermäßiger Einsatz der Soundlogos auch abschreckend wirken. Nicht jedermann ist gleichermaßen davon begeistert, wenn ein eigentlich zusammenhängender Beitrag oder ein längeres Musikstück zu oft unterbrochen wird.

Hier geht es zu einigen Hörbeispielen