Kleine Geschichte der Schallplatte (3/3)

SchallplatteIm vorigen Teil handelte es sich um den Entwicklungsprozess der Schallplatte – von Berliner bis zur Schellackplatte. Im letzten Teil gehe ich auf zwei weitere Stationen der Entwicklung der Schallplatte ein, wobei die zweite die Platte als Leit-Tonträger abschafft.

Die Bell Telephone Company entwickelt 1925 das elektro-akustische Aufnahmeverfahren. „[D]ie Schallwellen [werden] über ein Mikrofon erfaßt und in elektrische Wechselspannungen umgesetzt, die über Verstärkersysteme korrigiert und verstärkt werden [können]“ (Büchele 1999:17). Dieses Verfahren bringt den Aufschwung des Tonträgers Platte mit sich.

Die Langspielplatte (LP)

Im Jahr 1930/31 experimentiert die Firma RCA (Radio Corporation of America) mit der Entwicklung der Langspielplatte, welche eine längere Spieldauer ermöglichen soll. Diese kann durch die Reduktion der UpM – Umdrehung pro Minute – erzielt werden. Den Durchbruch schafft die Innovation 33 1/3 UpM erst 1948 mit der Einführung der PVC–Platte – anders Kunststoffplatte. Die Schellackplatten verschwinden innerhalb von 10 Jahren von der Markt und übergeben ihre Stelle den Vinylschallplatten, die nahezu unzerstörbar sind. Diese Kunststoffplatten haben auch den Vorteil einer kostengünstigeren Produktion im Vergleich zu ihren Vorgängern.

Noch im selben Jahr erfährt die Vinylplatte eine kleine, jedoch bahnbrechende technische Entwicklung. Am 14. Dezember 1931 erfindet Alan Blumlein, das nach ihm benannte Blumlein–Stereosystem. Anschließend meldet er das Patent für seine Stereo–Schallplatte an, die später zum Standard wird, obwohl Mono- und Stereo–Platten sich die Markt noch eine lange Zeit teilen. Die Stereoaufnahme erfolgt durch eine Kombination von Seiten- und Tiefenschrift – durch die Flankenschrift. Bei Mono-Platten zeichnet die Nadel nur einen Kanal auf, bei Stereo–Platten werden zwei Kanäle in der Rille aufgenommen und wiedergegeben, dadurch entsteht ein naturgetreuer Hörgenuss. Den kommerziellen Durchbruch schafft die Stereo–Platte erst später Ende der 50er.

In den 60ern und 70ern erlebt das Cover–Design seine Blütezeit. Plötzlich wird der äußeren Erschienung der Platten eine wichtige Rolle zugesprochen. Besonders im Bereich der Pop–Musik werden auffällige, bunte Cover–Designs verwendet. Für eine kurze Zeit sind sogar die Platten selbst grell-bunt gefärbt, worunter jedoch die Tonqualität leidet, sodass es nur als kurze Modeerscheinung zu verbuchen ist.

Im Jahr 1972 kündigt sich eine neue Ära der Aufnahmetechnik an, welche die analoge Aufnahme ersetzen wird. Die japanische Firma Denon macht seine erste Digitalaufnahme, die weiterhin auf LP gepresst wird. Die Tonqualität ist im Vergleich zur analogen Aufnahme viel sauberer, jedoch lässt ihr Durchbruch, bis der Entwicklung eines geeigneten Datenträgers, auf sich warten.

Anfang der 80ern erschüttert die Compact Disc – CD – die Schallplattenwelt. Die Verkaufzahl der Langspielplatten geht stark zurück, sodass die CD zum leitenden (digitalen) Ton- und Datenträger wird.

Mein Ziel war anhand dieser dreiteiligen Serie „Kleine Geschichte der Schallplatte“ einen kurzen Einblick in die Entwicklungsgeschichte der Schallplatte zu geben – von den Anfängen des Phonographen, hindurch Berliners erster Platte, sowie der Schellackplatte, bis zur Vinylschallplatte und dem ‚Fall‘ der Schallplatte durch die CD. Ich hoffe es ist mir gelungen.

Zu diesem Beitrag wurden folgende Quellen verwendet:

Büchele, Christian (1999), Geschichte der Tonträger, Tutzing: Schneider, S. 17-27

Klages, Thorsten (2002), Medium und Form – Musik in den (Re-)Produktionsmedien, Osnabrück: Electronic Publ., S. 66-69

http://de.wikipedia.org/wiki/Schallplatte