Die Audio Slideshow – Reportage mal anders (2)

Audio SlideshowTeil 2

Die Audio Slideshow ermöglicht also eine intensive Auseinandersetzung mit einem Thema, weswegen das Reportagenformat häufig für emotionale Themen und Porträts verwendet wird. Dabei lässt die Audio Slideshow dem Zuschauer Zeit, die Bilder genau zu betrachten und entfaltet so ihre volle Wirkung. Verschiedene Hilfsmittel erlauben dem Rezipienten, in die Slideshow einzugreifen. Einzelne Sequenzen können beispielsweise schneller oder langsamer gezeigt oder zur eingehenderen Betrachtung sogar angehalten werden.

Es gibt vier grundlegende Darstellungsformen einer Audio Slideshow: Die Slideshow ohne Story im Hintergrund, die Slideshow, die durch einen Sprecher vermittelt wird, die Slideshow, die durch den Journalisten vermittelt wird und die Slideshow, die durch den Protagonisten vermittelt wird. Bei der Umsetzung zu beachten sind bei allen Slideshows der Handlungsort, die Zeit, die Lichtverhältnisse und das Einbringen von persönlichen Details. Zudem ist es üblich, die Fotos im Querformat anzuordnen.

Die Slideshow ohne Story im Hintergrund – eigentlich durch den Toneinsatz eine weiterentwickelte Bildergalerie- gibt meist Impressionen wieder, wobei die Bildfolge mit Musik oder Geräuschen hinterlegt ist. Hier muss der Rezipient selbst tätig werden, indem er sich Gedanken zu den einzelnen Bildern macht, da keine vorgegebene Geschichte zugrunde liegt. Eine Audio Slideshow ohne Story wird häufig als Ergänzung zu einem vorausgehenden Artikel gesehen und bildet so den visuellen Abschluss einer Onlinereportage. Der Vorteil dieser Art von Audio Slideshow liegt in der kurzen Produktionszeit von nur wenigen Stunden.

Aufwändiger in der Produktion ist dagegen die zweite Form der animierten Fotostrecke, in der die einzelnen Bilder durch einen Sprecher kommentiert werden. Die Stimme aus dem Off fügt Inhalte hinzu, die allein durch die Bilder nicht vermittelt werden können. Hierbei wird der Text des Sprechers nach Fertigstellung der Bildabfolge einfach über die Fotos gelegt, so dass der Text passgenau eingefügt werden kann. Zudem können O-Töne verschiedener Personen hinzugefügt werden, um ein Foto ausführlicher zu kommentieren und es lebendiger erscheinen zu lassen. So kann der Rezipient zusätzliche Inhalte oder etwas über den Entstehungsort oder den Entstehungshintergrund des Fotos erfahren. Durch die Worte des Sprechers bekommt der Zuschauer Zusatzinformationen, wird aber dennoch dazu angeregt, sich eigene Gedanken zu der Audio Slideshow zu machen. Der Nachteil einer durch einen Sprecher vermittelten Audio Slideshow ist jedoch, dass eine Distanz hergestellt wird, da der Sprecher keinen persönlichen Bezug zu den Fotos herstellt, sondern meist sachliche Fakten zu den einzelnen Bildern liefert.

Ein gut gelungenes Beispiel ist die Audio Slideshow „Drei Jahre nach dem Tsunami“ von Fabian Schweyher. Der Sprecher berichtet, wie die Menschen drei Jahre nach dem Tsunami ihr alltägliches Leben wieder aufgenommen haben und wie die deutschen Spendengelder eingesetzt worden sind, um den Menschen wieder ein normales Leben zu ermöglichen. Eingeleitet wird die Audio Slideshow sowohl durch den Titel und Untertitel der animierten Fotostrecke, als auch durch eine kurzzeitig erklingende Melodie. Die Bildabfolgen werden nicht ausschließlich durch den neutralen Sprecher vermittelt, zum Einsatz kommen ebenso verschiedene Geräusche oder die Hintergrundgepräche der Einheimischen. Teilweise ertönt Begleitmusik. Am linken unteren Bildrand werden zudem wichtige Fakten wie beispielsweise die Kosten für neue Fischernetze oder Nähmaschinen eingeblendet.

Weiter geht es in Teil 3.