Die Audio Slideshow – Reportage mal anders (3)

Audio Slideshow3

Quelle: http://training.dw-world.de/ausbildung/blogs/lab/

Audio Slideshows können auf verschiedene Art und Weise im Rahmen des Programms „Soundslides“ gestaltet werden. Der Produzent kann dabei aus vier grundlegenden Darstellungsformen wählen. Nach den in Teil 2 bereits vorgestellten zwei Darstellungsformen folgt nun im dritten Teil die Darstellung der durch den Journalisten vermittelten Audio Slideshow.

Diese Form der animierten Fotostrecke bietet dem Journalisten oder auch dem Fotografen die Möglichkeit, selber in seiner Reportage aufzutreten und so aus dem Entstehungskontext der Bilder heraus die Audio Slideshow erzählend zu begleiten. Der Journalist der die Fotos selbst gemacht hat, kann die Bildinhalte glaubhafter vermitteln als ein Off-Sprecher. Dabei kann er eigene Erfahrungen und Erlebnisse miteinbringen, die Slideshow somit zu einem erlebbaren Ereignis werden lassen. Zudem kann der jeweilige Journalist den Entstehungshintergrund der Fotos miteinfließen lassen, um so der animierten Fotostrecke einen Rahmen zu geben. Im Gegensatz zu einem sachlich erzählenden Off-Sprecher kann die von einem Journalisten verwendete Sprache frei und umgangssprachlich sein. Es ist üblich, dass der Journalist oder Fotograf zu Beginn der Slideshow gezeigt wird und sich kurz vorstellt.

Ein sehr gelungenes Beispiel für eine Audio Slideshow, die von einem Journalisten vermittelt wird, ist die Reportage von der Fotografin Amy Toensing, die im Ich-Erzähler Stil die von ihr besuchte Jersey Küste vorstellt (Greetings from the Jersey Shore). Während der Audio Slideshow stellt die Fotografin eindrucksvoll die Küste Abschnitt für Abschnitt vor und geht dabei auf Orte und interessante Menschen ein, die sie besonders interessant fand. Der Zuschauer kann sich anhand der Fotos und unterstützt durch die Kommentare der Fotografin die einzelnen Reisestationen lebhaft vorstellen.

Die vierte Darstellungsform der Audio Slideshow zeichnet sich dadurch aus, dass die Fotostrecke durch den Protagonisten vermittelt wird, auch autodiegetischer Erzähler genannt. Das bedeutet, dass der Protagonist selbst den Rezipienten durch die Reportage führt und persönliche Erlebnisse schildert, seine eigene Geschichte erzählt. Diese Art der Audio Slideshow ist die unmittelbarste Form, der Zuschauer wird in das Geschehen direkt involviert und kann an den persönlichen Gedanken der Protagonisten teilhaben.

Die Umsetzung einer durch den Protagonisten vermittelten Audio Slideshow kann jedoch durchaus schwierig sein, da es nicht immer genug Fotos gibt, die zu dem Gesagten des Protagonisten passen. Es gibt zwei Möglichkeiten, diese Problem zu beheben: Einerseits kann ein Interview geführt und versucht werden, das Gesagte zu fotografieren, andererseits können zuerst Fotos gemacht werden, von denen sich der Protagonist dann zu seinen Erzählungen inspirieren lassen kann.

Ein Beispiel für eine vom Protagonisten geführte Audio Slideshow ist die Erzählung des Platzwartes Friedrich Sauters über seinen Dienst im Augsburger Rosenaustadion. Wer den Dialekt des Erzählers nicht versteht, kann sich eine untertitelte Version der Slideshow ansehen.

Die Audio Slideshow ist eine Alternative zum Videoformat, sie bietet Journalisten im Onlinejournalismus die Möglichkeit, eigene Reportagen kreativ umzusetzen und so dem Zuschauer näher zu bringen.

Mehr Informationen und Beispiele zum Thema „Audio Slideshow“ unter

http://www.soundphotographer.de/.