Fahrzeugakustik (2/3) – Der Sound des Elektroautos

Elektroauto, ©Daniel Litzinger/ Pixelio'

©Daniel Litzinger/ Pixelio'

Elektroautos sind groß im Kommen! Und je mehr Elektro- oder Hybridfahrzeuge unterwegs sind, desto leiser müsste es doch auf unseren Straßen werden. Das klingt ja im ersten Moment sehr positiv, doch Vorsicht ist geboten, denn zur Verkehrssicherheit gehören auch Geräusche.

Bei der Klanggestaltung eines Elektroautos geht es in erster Linie nicht um die Befriedigung der emotionalen Bedürfnisse des Fahrers, sondern viel mehr um die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer, insbesondere der Fußgänger. Denn einen allseits bekannten Verbrennungsmotor kann man als Fußgänger problemlos von weitem zuordnen. Doch ein Elektroauto soll bis zu einer Geschwindigkeit von 25 km/h nahezu geräuschlos fahren. Das birgt natürlich Gefahren für alle Verkehrsteilnehmer. Denn über unser Gehör nehmen wir 360° unserer Umgebung wahr, wohingegen wir mit unserem Auge nur einen beschränkten Winkel erfassen können. Um also möglichen Gefahren und Risiken vorzubeugen, müssen Fahrzeugakustiker und Sounddesigner einen völlig neuen Elektroauto-Sound entwickeln.

Zu dem Entschluss sind kürzlich auch die Vereinten Nationen gekommen. Denn nach monatelangen Verhandlungen unter der Führung des Bundesumweltministeriums wurden jetzt Empfehlungen zum Sounddesign von Elektrofahrzeugen bekannt gegeben. Dazu gehört unter anderem, dass elektrisch betriebene Fahrzeuge nicht lauter sein dürfen, als ein vergleichbares Fahrzeug mit Verbrennungsmotor bei einer Geschwindigkeit von 20 km/h. Des Weiteren muss am Sound zu erkennen sein, ob sich das Automobil in der Beschleunigungsphase befindet, ob es abbremst oder in einem konstanten Tempo unterwegs ist. Was bei dem Sounddesign für Elektroautos vermieden werden sollte, sind Melodien oder Tiergeräusche, da diese irritierend wirken können. Ab einer Geschwindigkeit von 50 km/h sorgen dann schon allein die Reifen- und Windgeräusche dafür, dass man ein herannahendes Fahrzeug hört. Bei dem neuen Mini-E könnte es sich dann so anhören:  Das Summen des Mini-E auf YouTube

Schon seit geraumer Zeit tüfteln Fahrzeugakustiker am optimalen Sound für die neuen Elektroautos. Dabei ist zu berücksichtigen, dass der Fahrspaß nicht verloren geht, der beim Verbrennungsmotor durch Vibrationen und Sound entsteht. Bei diesen Anforderungen ist aber auch zu beachten, dass ein Elektroauto auch wie ein Elektroauto klingen sollte. Alles andere wäre nicht authentisch. Man muss das Elektrofahrzeug also so zum „Singen“ bringen, dass dem Fahrer mit der richtigen Geräuschkulisse ein emotionales Fahrerlebnis geboten wird. Die Geräusche werden dazu entweder künstlich generiert, oder Geräusche die ohnehin schon vorhanden sind, werden hervorgehoben und verstärkt.

Quellen:

http://www.atzonline.de/Wissen/Dossiers/1239/Auf-der-Suche-nach-dem-guten-Klang.html

http://www.welt.de/wissenschaft/article12025348/Wie-dem-Elektroauto-der-Laerm-beigebracht-wird.html