Die Wissenschaftliche Entdeckung der Musik I: Musikalische Wirkung auf Kinder und Kranke

Wissenschaftliche Entdeckung der Musik

Wissenschaftliche Entdeckung der Musik

Hintergrundmusik kann das Lernen verbessern

Wissenschaftler haben bereits seit 30 Jahren die Wirkung der Musik umfassend untersucht. Seit geraumer Zeit ist bekannt, dass Musik Emotionen weckt und sie das Verhalten der Menschen subtil beeinflussen kann. Darüber hinaus gibt es konkrete Erkenntnisse, dass Hintergrundmusik die Lernfähigkeit von Kinden verbessern kann. Durch eine neue Forschung haben britische Experten vom Ausbildungsinstitut der Universität London (Institute of Education, University of London) festgestellt, dass sich unterschiedliche Musikarten auf die Lernfähigkeit von Kindern unterschiedlich auswirken.

Die Wissenschaftler teilten bei ihrer Forschung die Kinder in drei Gruppen auf. Die Kinder der ersten Gruppe (A) hatten klassische Musik, ein „Adagio in G moll“ von Albinoni, gehört. Im Gegensatz dazu wurde den Kindern der zweiten Gruppe B die Jazzmusik „I Am Three“ “ von Armstrong vorgespielt, während die C-Gruppe nichts zu anhören bekam. Danach wurden alle Kinder im Lesen/Verstehen, der Wortstenografie, der Textstenografie und dem Rechnen getestet. Die Inhalte der Tests waren für die Kinder neu, so dass es kein Vorwissen in den Bereichen gab. Die endgültigen Ergebnisse zeigten, dass die Durchschnittsnote der Gruppe A die beste war. Am schlechtesten schnitt die Gruppe B ab. Die Wissenschaftler haben dazu eine Erklärung und vermuten, dass im Gegensatz zur „sanften“ Hintergrundmusik, sich eine zu aktive oder offensive Hintergrundmusik negativ auf das Gehirn des Kindes auswirkt. Solche Musik hat eine negative Auswirkung auf die kognitive Organisation des Gehirns. Daher schlagen die Wissenschaftler den Eltern vor, die richtige Musikart für die Lernumgebung der Kinder zu wählen. Wenn die Eltern Schwierigkeiten haben, eine passende Musik zu finden, sollte man auf Hintergrundmusik besser ganz verzichten.

Behandlung der Parkinson-Krankheit

Die Reaktion der Menschen auf Musik ist sehr einzigartig. Die Wissenschaftler wissen, dass die Musik nicht nur eine positive Wirkung auf das Lernen hat, sondern diese auch eine solche Wirkung bei der Behandlung von einigen Erkrankungen erzielen kann. Parkinson-Patienten sind in ihrem Verhalten und ihrer Reaktion sehr langsam. Aber beim Hören oder auch „Vorstellen“ der Musik wird ihr Verhalten und ihre Reaktionen auf wundersame Weise wieder normalisiert. Verglichen mit anderen Kunstformen oder Aktivitäten besitzt die Musik mehr Einfluss auf das Gehirn. Obwohl Parkinson-Patienten den Zusammenhang zwischen Absichten und Verhalten verloren haben, hat die Musik die Fähigkeit, die Kluft dazwischen zu füllen und eine Verbindung herzustellen. Das zeigt sich dadurch, dass die Patienten aufstehen und sich langsam bewegen, wenn sie die Musik hören. Allerdings bricht die Wirkung bei einem Zwischenstopp der Musik ab. Darüber hinaus kann die Musik, insbesondere die „klassische Musik“, den Demenz-Patienten helfen, ihre verlorenen Erinnerungen wieder zu erlangen. Obwohl das Gehirn der Patienten seine Urteilsbildungs- und Argumentationsfähigkeit verloren hat, kann die Musik bestimmte Bereiche des Gehirns aktivieren und spezifische Funktionen wiederherstellen, zumindest vorübergehend.

Quelle:

Bilhartz, T.D, Bruhn, R.A., and Olson, J.E. (2000). The effect of early music training on child cognitive development. Journal of Applied Developmental Psychology.

Große-Jäger, Hermannn (1999): Freude an Musik gewinnen. Musikerziheung im Kindergarten. Freiburg: Herder Verlag.

Manfred Gerlach, Heinz Reichmann, Peter Riederer (2007): Die Parkinson-Krankheit: Grundlagen, Klinik, Therapie. Wien: Springer Verlag.

Guo, Yong (2005): Lustige Psychologie, Shan Xi: Jiao Yu Verlag

The Music Education Madnuss Site, unter http://www.musiceducationmadness.com/important.shtml

Wirkung der Musik (24.10.2009), unter http://www.csmes.org/html/25150.html

Bildquelle:

Feel The Music, unter http://www.warsteiner-unipartys.de/2009/11/19/wer-fuhlen-will-muss-horen/