Immer blau & doch erfolgreich – Die Blue Man Group

Die drei "Blaumänner"

Die drei "Blaumänner"

Die Blue Man Group füllt bis heute mit ihren Live-Shows Theatersäle weltweit. Mit einer Mischung aus Comedy, Musik und multimedialem Theater begeisterten sie bereits mehr als 17 Millionen Zuschauer. Fantasievolle Elemente für Augen und Ohren und ihre charakteristischen blauen Köpfe machen die Blue Man Group einzigartig. Ganz nebenbei erfinden sie die Instrumente ihrer Shows selbst.

Die Live-Events finden in den Metropolen dieser Welt statt: New York, Boston, Chicago, Las Vegas, Orlando, Berlin und Tokio. Berlin war der erste Spielort außerhalb der USA. Im Mai 2004 startete die erste Produktion der Blue Man Group im Theater am Potsdamer Platz. Kaum vorstellbar: Die Inspiration für die Berliner Show holten sich die Blue Man bei Stadtrundfahrten durch die Hauptstadt, um Verbundenheit zum deutschen Publikum aufzubauen.

Die Blue Man Group existiert seit fast 25 Jahren. Chris Wink, Matt Goldman und Phil Stanton gründeten die Gruppe 1987 in New York. Mit einem Mix aus Musik und Comedy sowie weiteren Elementen wollten sie nie einer spezifischen Kategorie der Unterhaltungsbranche angehören. Aus den ursprünglich kleinen Performances der Gründer in New York wurde mehr und mehr ein Geheimtipp für Touristen, die abseits des Broadway nach Unterhaltung suchten.

Die Shows entwickelten sich, wurden zunehmend komplexer und auch der Erfolg wuchs. So erreichte ihr Debüt-Album „Audio“ (1999) Goldstatus – weitere Auszeichnungen folgten. Ihre erste Bühnenshow im Astor Theatre wurde mit dem Tony Award ausgezeichnet. Bis 1991 hatten die drei „Blaumänner“ keine Zweitbesetzung. Mittlerweile gibt es weltweit 40 Blue Man. Allein in Berlin wechseln sich sieben Blue Man bei den Shows ab.

Ein Blue Man drückt seine Gefühle durch eine Explosion von Farbe und Klang aus. Chris Wink formuliert die Ziele der Gruppe wie folgt: „Wir wollten eine Show schaffen, die wir selbst gerne sehen wollen.“ und „…dass die Leute ins Theater kommen, ohne genau zu wissen, was passieren wird.“. Bei ihren Shows wird das gesamte Theater zur Bühne. So sind Überraschungsmomente vorprogrammiert. Die Attribute bunt, laut, mitreißend und einzigartig beschreiben ihre Mega-Events wohl am besten:

Die Blue Man Group ist nicht nur für ihre Shows bekannt. Auch ihre Instrumente, die sie darin nutzen, designen und erfinden sie selbst. Dazu gehören beispielsweise die Airpoles. Dabei handelt es sich um eine komplette Serie von Stangen aus glasfaserverstärktem Kunststoff. Durch eine Schwungbewegung ensteht ein „Swoosh“-Geräusch. Die verschiedenen Varianten der Airpoles sind auf den Alben „Audio“ (1999) und „The Complex“ (2003) zu hören. In dem Song „Shadows Part 2” kommen die Airpoles in Form von gemeinsamen Riffs mit dem Turntablist Rob Swift stark zum Einsatz. In der Live-Performance bzw. im Video “Sing Along” (The Complex, 2003) sind die Airpoles ebenfalls die tragenden Instrumente.

Die Airpoles werden aus flexiblen Bootsantennen gefertigt. Es gibt drei Typen von Airpoles. Die Sword Airpoles sind eher kurz und dünn, so dass sie besonders leicht zu kontrollieren und beweglich sind. Die Angel Airpoles bestehen aus zwei dickeren Enden, die miteinander verbunden sind und so schnelle Schwingbewegungen ermöglichen. Besonders lang (mehr als fünf Meter) – wie der Name schon vermuten lässt – sind die Wiper Airpoles. Sie eignen sich für langsamere Klänge. Hier sind sie im Einsatz:

Bekannt ist die Blue Man Group vor allem für ihr PVC Instrument. Es ist nicht nur das Größte sondern auch das Berühmteste. Meterlange Rohre aus Polyvinylchlorid bestimmen über Tonhöhe und Klang. Bespielt werden die Rohre mittels Schaumgummipaddel. Alle Blue Man können das Instrument gleichzeitig spielen.

Bei dem Cimbalom handelt es sich um ein Instrument aus Ungarn. Es erinnert stark an ein Hackbrett. Das Cimbalom ist allerdings größer und besitzt stärkere Saiten. Dadurch entsteht ein tiefer und nachhallender Klang. Normalerweise wird es eher sanft bespielt. Doch die Blue Man Group schlägt die Saiten aggressiver an, so dass der Klang markanter wird.

Der Chapman Stick wird besonders häufig von den Blue Man genutzt (u.a. bei den Live Performances der Theaterproduktionen in New York, Chicago und Las Vegas). Die Schlagzeuge der Blue Man haben Ausmaße von 15 Zentimeter bis zu zwei Meter. Die gespielten Töne sind (meistens) derartig exakt, dass die Akkordfortschreibung regelmäßig ist.
Die Drum Wall ist ein zweistöckiges Gebilde, das aus sieben Schlagzeugelementen besteht. Sie ist permanenter Teil der Blue Man Group-Show in Luxor und hatte 1999 einen großen Auftritt bei „The Tonight Show“ mit Jay Leno.

Das Tubulum ähnelt stark dem PVC Instrument, aber es wurde klangtechnisch verbessert. Außerdem wird es nicht mit „Paddeln“, sondern mit Sticks angeschlagen. Die Tonspanne dieses Instruments erstreckt sich eher im tiefen Bereich. Benutzt wurde es in dem Cover von Donna Summers „I feel love“ (The Complex, 2003). Das Tubulum imitiert die schnelle Tonabfolge eines Synthesizers, die man vor allem aus der Technomusik kennt. Das Backpack Tubulum ist die tragbare Version des Tubulums.

Das Drumbone ist ein Nebenprodukt des Trombone. Es handelt sich um eine gleitende Rohr-in-Rohr-Konstruktion, die je nach Wunsch ausgefahren werden kann und die Tonlage variiert. Der Gleichnahmige Titel „Drumbone“ ist zudem ein Publikumsfavorit. Und so klingt das Drumbone:

Mit „Invent an Instrument“ startet die Blue Man Group im Oktober 2010 ein Schulprojekt der besonderen Art. Ihre Begeisterung für Klangkörper und Liebe zur Musik spiegelt sich in diesem sozialen Projekt wider. Der Kreativ-Wettbewerb richtet sich an Talente mit musikalischen, künstlerischen und innovativen Ideen und erfordert zusätzlich naturwissenschaftliche Kenntnisse. Normale Alltagsgegenstände sollen in Instrumente umgewandelt werden. Der Gewinner erhält zusätzlich ein Meet and Greet und Tickets zu einer Show im Astor Place Theater. Das Gewinner-Instrument wird außerdem bei einer Live-Performance der Blue Man Group genutzt und erhält einen eigens komponierten Song.

Die Blue Man Group besticht durch ihre Einzigartigkeit und ihre scheinbar grenzenlose Kreativität. Mit Sicherheit folgen noch unzählige energiegeladene Shows voller Farb- und Klangspiele auf der ganzen Welt, die uns in ihren Bann ziehen und nichts als pure Begeisterung hinterlassen.

 

Die Links zum Weiterlesen & mehr erfahren:

www.blueman.com/instrument

www.blueman.com/

www.c6-magazin.de/kultur/et_cetera/2005/07/1121945447.php

www.blueman.com/experience/instruments