„The Mosquito“ – Wer nicht hören will, muss fühlen.

Akustische Waffen sind in unserer Gesellschaft weit verbreiteter als man denkt. Ihr Zweck bei der Polizei oder dem Militär ist es zum Beispiel, Kriminalität und Terrorismus zu bekämpfen. Eine der zurzeit bekanntesten akustischen Waffen wird uns im Moment bei Olympia vorgestellt, um für absolute Sicherheit zu sorgen: die sog. Long Range Acoustic Device (LRAD). Dieses Gerät produziert Schallpegel von bis zu 150 Dezibel. Was bei Militär und Polizei funktioniert, könnte doch auch im normalen Leben funktionieren, wenn Jugendliche mal wieder sinnlos vor Geschäften oder Spielplätzen herumlungern, dachte sich vielleicht der Brite Howard Stapleton, der The Mosquito erfand. Wofür? Um Jugendliche mit einem unangenehmen Piepton zu vertreiben.

Das Gerät

The Mosquito ist ein 13 x 11 cm kleines würfelartiges Gerät aus Wales in Großbritannien, welches 2005 das erste Mal angeboten wurde. Mit Bewegungsmelder ausgestattet soll es Jugendliche wahrnehmen und sie vertreiben. Wie? Es sendet einen steten, leicht pulsierenden Ton aus dem Ultraschallbereich im Frequenzbereich zwischen 16 und 19 Kilohertz.  Der Schalldruckpegel des Gerätes kann bis zu 104 dB erreichen und soll angeblich nur von Jugendlichen unter 25 Jahren wahrgenommen werden. Älteren Personen sei es kaum oder gar nicht möglich den Ton wahrzunehmen, da im Alter die Hörfähigkeit abnimmt.

Sinn und Zweck von „The Mosquito“

Sinn und Zweck dieser Erfindung war es Ansammlungen von Jugendlichen, „die durch ihr unsoziales Verhalten die Öffentlichkeit (…) belästigen oder bedrängen“ von Parkplätzen, Spielplätzen oder Geschäften fernzuhalten oder zu verscheuchen. Dass der Ton allerdings auch von Menschen wahrgenommen werden kann, die älter als 25 Jahre alt sind, wurde nicht wirklich berücksichtigt.

Die Wirkung

Die Wirkung von „The Mosquito“ ist in der Tat diese, dass sich Menschen, die sich in der Nähe aufhalten unwohl fühlen und nach 5-10 Minuten den Platz verlassen. Bedenklich ist allerdings, dass es nicht nur Jugendliche unter 25 Jahren hören.  Es gibt Berichte davon, dass es in der Nähe von Ferienwohnungen Mosquito’s  gab und die Urlauber sich extrem gestört gefühlt haben.  Nach dem Hersteller seien Gesundheitsschäden unbedenklich. Nach der  Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin allerdings seien schon Störungen im Gleichgewichtssinn, Schwindel und Kopfschmerzen aufgetaucht, nachdem man den Ton gehört hat. In Frankeich wurde das Gerät unter dem ironischen Namen „Beethoven“ bereits verboten. In Deutschland gibt es dazu allerdings keinen Anlass.

Ob es in Ordnung ist, mit einer „ Schallwaffe“ Jugendliche zu verscheuchen, ist wohl umstritten. In vieler Ort wird dagegen von den Jugendlichen vorgegangen. Diese fordern stattdessen einen Ausbau von Plätzen wo man sich  Jugendgerecht aufhalten kann ohne jemanden zu stören oder zu belästigen. Aber wie kommt man auf die Idee, Jugendliche auf diese Weise vertreiben zu können? Durch solche Erfindungen können diejenigen, die damit vertrieben werden sollen, leicht noch unsozialer oder aggressiver werden, denn mit Gleichgewichtsstörungen, Schwindel oder Kopfschmerzen lebt es sich nicht gerade angenehmer. Vor allem dann nicht, wenn man dafür bestraft wird, weil man sich gerade an einem bestimmten Platz aufhält. Werden Straftäter damit überführt oder wird Terrorismus damit bekämpft,sind akustische Waffen sehr viel angebrachter. Da spielt es auch keine Rolle, dass eventuell das Trommelfell beschädigt wird, wenn stattdessen jemand anderes gerettet wurde.

 

Quellen:

  • www.stern.de
  • www.heise.de
  • www.news.bbc.co.uk