Hans Florian Zimmer – der Revolutionär der Filmmusik – Teil 1

Hans Florian Zimmer, geboren am 12.09.1957 in Frankfurt am Main, hat den Sprung nach Hollywood geschafft. Er ist Filmkomponist und Musikproduzent. Durch seine musikalische Arbeit hat er die Branche der Filmmusik grundlegend geprägt und ist heute der einflussreichste und bekannteste Filmkomponist in Hollywood. Man kann sagen: Für ihn ist der Amerikanische Traum zur Wirklichkeit geworden. Hans Zimmers Erfolg ist überwältigend, er war neunmal für den „Oscar“ und sieben Mal für den „Grammy Award“ nominiert. Im Jahre 2010 bekam er einen Stern auf dem „Hollywood Walk of Fame“ und im Jahre 2011 folgte ein Stern auf dem „Boulevard der Stars“ in Berlin. Hans Zimmer hat für Filme, wie unter anderem „König der Löwen“, „Fluch der Karibik“, „Gladiator“, „Der Prinz von Ägypten“, „Inception“ und „Rendevous mit einem Engel“ Filmmusiken komponiert. Wie er diesen Sprung schaffte und was seine Musik so unentbehrlich macht, möchte ich mit diesem Beitrag genauer ausarbeiten und darstellen.

Vita
Die Anfänge seiner Musikalität liegen bereits im Kindheitsalter. Er hatte Klavierunterricht, aber trieb seinen Klavierlehrer regelrecht in die Verzweiflung. Denn Hans Zimmer wollte sich damals schon nicht den Grundregeln eines Pianisten unterwerfen. Während seiner Schulzeit komponierte er Musik und spielte als einer der ersten das damalige neue Instrument „Synthesizer“. Eine akademische musikalische Ausbildung durchlief er nicht und man sagt, er kann bis heute keine Noten lesen.
Wenn man seine Kompositionen jedoch hört, versteht man, dass nicht immer das „Noten-Lesen“ das Wichtigste in der Musik ist – die Kreativität, die eigene Musikalität und die darauffolgende Umsetzung sind ausschlaggebend.

Nachdem Hans Zimmer in England Werbejingles komponiert hatte, schaffte er den Sprung nach Amerika und komponierte seine ersten Filmmusiken. Anfangs war er vor allem für seine innovativen Kombinationen von Orchester und Synthesizer-Klängen bekannt.


Hans Zimmer Musik-Medley

Aber was macht seine Musik, sowohl früher, als auch heute so unentbehrlich und erfolgreich?

Das allgemeine Prozedere eines Filmdrehs läuft folgendermaßen ab: Bei einer Filmproduktion hat der Komponist zwölf Wochen Zeit, für den bereits fertig produzierten Film, die passende Musik zu komponieren. Hans Zimmers Arbeitsweise unterscheidet sich bereits in diesem Punkt. Noch bevor der Dreh eines Films angefangen hat, trifft er sich mit den Regisseur zu einem gemeinsamen Dinner und bespricht dort erstmal ganz banale Dinge. Nachdem sich beide besser kennengelernt haben, lässt er sich den Film und das Drehbuch vom Regisseur selbst erzählen. Dadurch merkt er bereits, auf welche Szenen und Themen der Regisseur Wert legt und welche ihm besonders am Herzen liegen.

Mit den ersten wichtigen gesammelten Eindrücken setzt sich Hans Zimmer tage- und nächtelang in sein Tonstudio und sucht nach ersten Ideen, für die passende Filmmusik. Er selbst sagt, dass er immer viele Ideen hat.

Seine Arbeitsweise möchte ich an einem Beispiel verdeutlichen. Im Film „Batman Begins“ tritt der Charakter des Bösen in der Figur des „Jokers“ auf.

Der Joker ist kein normaler Gegner. Eher lässt er sich auch als den Erzfeind Batmans beschreiben. Der Name Joker bezieht sich einerseits auf den Joker als Spielkarte und andererseits auf den hierauf abgebildeten Hofnarren. Die Spielkarte ist sein Markenzeichen. Er ist ein Meisterkrimineller, der ein Clown-ähnliches Erscheinungsbild besitzt: Er ist ein großer, hagerer Mann mit einem kreideweißen Gesicht, schwarz umrahmten Augenlidern, grünen Haaren und blutroten Lippen, die zu einem teuflischen Grinsen verzogen sind. Er trägt einen violetten Anzug mit Schwalbenschwanz. Dazu gelegentlich einen violetten Hut oder Mantel. In den späteren 1940er Jahren, in den fünfziger und sechziger Jahren wurde die Figur als ein alberner Spaßvogel charakterisiert, der seiner Umwelt kindliche Streiche spielt, ohne dabei wirklich gefährlich zu sein. Im Gegensatz dazu wurde er seit den 1970er Jahren als der Joker, einen gewalttätigen Psychopathen, der aus purer Freude mordet, porträtiert.

Für den Film musste Hans Zimmer eine Melodie finden, die diesen Charakter musikalisch interpretiert. Manch Andere hätten viele Akkorde gemischt um die Unberechenbarkeit des Jokers darzustellen. Hans Zimmer aber hatte die faszinierende Idee nur einen einzigen Ton auf einer Geige oder einem Cello zuspielen. Diesen Ton sollte der Geiger/Cellist erst langsam, dann immer lauter und am Ende laut und verzerrt spielen, sodass die Zuhörer nur noch das Gefühl der Angst bekommen. So hört man bereits im Vorfeld, durch die musikalische Interpretation, dass der Joker ein Psychopath ist. Auch für den neuesten Film „Batman – The Dark Night Rises“ komponierte er die Filmmusik. Hört selbst.


Joker-Thema