Jodeln – Der Schrei von Alm zu Alm

Heidi, Berge, eine Hütte auf der Alm, Alpenglühen – das kommt wohl den meisten von uns zuerst in den Sinn, wenn vom Jodeln die Rede ist. Der Großteil findet diese Art von Gesang wahrscheinlich auch nicht gerade ansprechend – und doch: In ganz Deutschland findet man Jodelschulen oder -kurse, überzeugte Jodler schwärmen von der Freiheit und Freude, die sie bei ihrem Hobby empfinden. Auch diese Damen und Herren geben ein deutliches Statement ab:

Wie funktioniert Jodeln?

Jodeln ist textloses Singen, denn meist werden anstelle von Wörtern lediglich Silben gesungen (z.B.: Hola-Diürüü). Technisch gesehen, kommt es vor allem auf den steten Wechsel von Brust- und Kopfstimme an. Dieser Übergang ist beim klassischen Gesang stufenlos, beim Jodeln soll das Umschlagen (auch Kehlkopfschlag genannt) jedoch absichtlich deutlich hörbar sein.

Das tiefe Register der Stimme nennt sich Bruststimme. Dabei wird hauptsächlich die Brustwand in Schwingung versetzt. Die Kopfstimme hingegen ist die hohe Lage der menschlichen Stimme. Hier ist die Schädelresonanz wesentlich und die Stimmlippen schwingen nur am mittleren Rand. So beherrschen gute Jodler einen weiten Stimmumfang und große Intervallsprünge.

„Hier bin ich!“

Schon in vorhistorischen Zeiten wurde gejodelt. Hirten und Waldarbeiter zum Beispiel konnten sich so miteinander verständigen, sich gegenseitig ein Signal geben. Sie jodelten also beispielsweise von einem Berg zum andern, um zu wissen wo sich der andere befindet. Daher auch die häufige Bezeichnung „Almschrei“. Auch das Vieh wurde mit einem sogenannten Viehruf angelockt.

Nicht nur in Deutschland, auch in den afrikanischen Pygmäen oder den USA wird gejodelt. Und egal wo, es hört sich überall ähnlich an. Nur die Vokale, einzelne Silben oder Abstände einzelner Töne können unterschiedlich sein. Den Weltrekord im (Dauer-)Jodeln hält aber immernoch ein Österreicher. Roland Roßkogler jodelte ganze 14 Stunden und 37 Minuten!

Wer’s selbst mal ausprobieren will, sollte hier ganz genau aufpassen: