Der fiese Ton am Morgen – der Wecker

Fast jeder benutzt ihn, aber auch fast jeder verflucht ihn regelmäßig. Den Wecker. Wie er uns ohne Erbarmen mit lauten Pieptönen, Tuten oder auch Musik, viel zu früh aus dem Schlaf reist. Wie selbstverständlich schalten wir ihn abends ein und lassen uns am morgen zur gewünschten Zeit aus der Traumwelt zurück holen. Wollen wir doch mal sehen, was sich so alles hinter dem Wecker und seiner Geschichte verbirgt.

Werdegang des Weckers

Allem voran gestellt seien einmal die Sonne und der Hahn. Zwei natürliche Weckhilfen. Interessant wird es aber bei den speziell für das Wecken entwickelten Möglichkeiten.

Dem ruhigen Aufwachen durch die Sonne wurde nämlich früher schon Abhilfe geschaffen. So wurden Geräte entwickelt die einer Sonnenuhr ähnelten und bei denen die Sonnenstrahlen zu einer bestimmten Zeit Schwarzpulver entzündete und so einen Weckknall auslösten. Durch diese Methode konnte sich aber das Aufstehen bei Regen oder im Winter durchaus öfters mal nach hinten schieben.

Sehr verbreitet waren auch die Nachtwächter, die mit Pauken und Trompeten nicht nur bei Gefahr Alarm schlugen, sondern auch zum allmorgendlichen Aufstehen ihre Runden drehten oder die Kirchturmglocken schlugen.

Längst nicht mehr zeitgemäß aber trotzdem noch weitverbreitet läuten hier zu Lande immer noch viele Kirchenglocken vorzugsweise ziemlich lange am Morgen.

Der erste mechanische Wecker wurde von dem amerikanischen Uhrmacher Levi Hutchin entwickelt. Das 1787 entwickelte Gerät konnte aber nur zu einer einzigen Zeit klingeln: um vier Uhr morgens, zu seiner eigenen Aufstehzeit. Erst ein Jahrhundert später (1874) brachten die Brüder Junghans ein neues Weckermodell nach Hutchin’s Vorbild heraus und hatten damit den Anfang zur allgemeinen Weckerproduktion geschaffen.

Im Zuge des technischen Fortschritts wurden die Wecker viel kleiner, lauter und zu jeder Zeit einsetzbar gemacht. Bald schon konnte man sich dann auch per Radio oder auch Telefon wecken lassen. Um die 80er Jahre versuchte man dann mit Hilfe einer Zeitschaltuhr Musik vom Plattenspieler abspielen zu lassen.

Das Abspielen von Musik hat sich natürlich bis heute noch deutlich weiterentwickelt. Durch die Möglichkeit, seinen Wecker per W-Lan an das Internet anzuschließen, oder durch multifunktionale Mobiltelefone kann man sich nun von allen möglichen Musikrichtungen bis hin zu Naturgeräuschen oder anderen Sounds aus dem Schlaf holen lassen.

Nachdem die Unzufriedenheit über das unsanfte Aufwachen, über die Jahre immer weiter gewachsen ist, wird heutzutage immer mehr Wert auf eine ruhige und sanfte Weckweise gelegt. Dafür gibt es dann bestimmte Gongs, die in langsamen Abständen lauter werden, so dass man nicht durch ein erschreckendes Signal in die Wirklichkeit zurück geholt wird. Oder in Zeiten des Smartphones wurden auch schon etliche Apps mit ruhigen Klängen für einen „sanften Start in den Tag“ entwickelt.

 

Der Lichtwecker

Sehr hoch im Kurs ist auch die Idee vom Wecken durch simuliertes Sonnenlicht, beziehungsweise durch einen sogenannten Lichtwecker. Viele Menschen fühlen sich morgens nach dem Aufstehen unausgeschlafen und haben schlechte Laune. Das liegt daran, dass die lauten Töne des Weckers uns unsanft aus dem Schlaf reisen, das heißt gegen unseren Biorhythmus arbeiten. Über Jahre kann das sogar zu Depressionen führen. Laut Wissenschaftlern wird durch das plötzliche Wecken zu wenig von dem Aufwachhormon Serotonin, ausgeschüttet, welches weitläufig aus als Glückshormon bekannt ist.

Wahrscheinlich geht es den meisten Menschen so, dass sie in den Sommermonaten viel weniger Probleme mit dem Aufstehen haben, als in der kälteren und dunkleren Jahreszeit. Laut Wissenschaft bräuchten wir eigentlich gar kein lautes Wecksignal, sondern ein wie die Sonne langsam heller werdendes Licht. Die Geräte dafür sind schon erfunden, nur noch nicht allzu weit verbreitet.

Dabei ist die Idee grandios. Ein Lichtwecker simuliert innerhalb von 30 Minuten einen Sonnenaufgang. Das kann man sich wie das Dimmen einer Lampe vorstellen. So wird das Zimmer nach und nach heller und der Körper kann sich ganz langsam an die Helligkeit gewöhnen und hat die Möglichkeit auf natürliche Art und Weise aufzuwachen. Als spezielle Funktion kann man bei manchen Geräten sogar bestimmte Lichtfarben einstellen oder ganz leise Naturgeräusche wie Vogelgezwitscher oder Meeresrauschen erklingen lassen.

Die Frage bleibt, ob richtige Tiefschläfer sich morgens um 6 Uhr von ein bisschen Licht aus ihrem Schlaf locken lassen, wo doch viele Menschen vor allem Junge Leute, schon des Öfteren bis Mittags bei strahlendem Sonnenschein im Zimmer tief und fest geschlafen haben.

 

Witzige Wecker

Für die absoluten Tiefschläfer, die es morgens fertig bringen den Wecker auszuschalten ohne es zu merken und sich dann irgendwann wundern, dass der Wecker nicht geklingelt hat, gibt es interessante Möglichkeiten. Zum Beispiel den Puzzelwecker, der beim Klingeln ordentlich explodiert und in viele Einzelteile zerspringt. Natürlich hört das nervige Klingeln erst auf, wenn der komplette Wecker wieder zusammengebaut wurde.

Eine gelungene Erfindung stellt auch der sogenannte Wurfwecker dar, der durch sein gnadenloses Klingeln den Wunsch hervorruft, ihn an die Wand zu werfen. Und tatsächlich kann er auch nur durch einen kräftigen Wurf gegen die Wand zum Schweigen gebracht werden.

Ähnliche Aktionswecker sind auch der Propellerwecker, bei dem ein Propeller samt Schlüssel in die Luft fliegt und eingefangen werden muss.  Auch originell ist der Raketenwecker, bei dem nach einem nervigen Countdown eine Rakete durchs Zimmer schießt, die wieder in die Station gestellt werden muss. Natürlich ertönt während des Flugs ein schriller Ton.

Ohne Zweifel gibt es noch viele weitere solcher Stücke. Ob der Wecker vom Nachttisch fällt und durchs Zimmer rollt oder einfach nur explodiert, nervig und effektiv scheinen sie zu sein.

Bleibt nur zu hoffen, dass sich die Besitzer der Nerv-Wecker und die der Lichtwecker niemals ein Schlafzimmer teilen müssen.

 

 

Quellen:

 www.licht-wecker.net

www.gesundheit&welness.de

www.wikipedia.de