Grunzen indonesische Schweine anders als deutsche?

Was ist rosa, hat einen Kringelschwanz und macht in Finnland „nöff nöff“, in Polen „kwi kwi“ und in Indonesien „grok grok„? Ist doch klar: ein Schwein. Aber machen Tiere in anderen Ländern wirklich andere Geräusche oder liegt es vielleicht an den verschiedenen Rassen? Nichts von beidem.

Jede Sprache hat ihre ganz eigenen Tierlautbezeichnungen. Dabei handelt es sich um die Versuche, Naturlaute oder andere außersprachliche Töne mit Hilfe von Sprache  zu imitieren. Für Sprachwissenschaftler gehört das zu einer bestimmten Art der Wortbildung: Onomatopoesie oder Lautmalerei – die sprachliche Wiedergabe akustischer oder optischer Eindrücke.

Dabei wird nicht versucht, ein Geräusch mit allen artikulatorischen Möglichkeiten der Stimme wirklichkeitsgetreu nachzubilden,  sondern mit dem Lautinventar der jeweiligen Sprache. So klingt das, was dabei herauskommt, oft wie eine Mischung aus dem Geräusch selbst und der Sprache, in dem es nachgebildet wird.  Da sich die Lautinventare von Sprache zu Sprache unterscheiden, kommt es auch bei den Onomatopoetika zu mehr oder weniger großen Abweichungen.

Das erklärt, warum der Hahn für die Deutschen „kikeriki“ macht, aber in anderen Ländern vollkommen anders „klingt“. Die Engländer beispielsweise, umschreiben den Hahnenschrei mit „cock-a-doodle-doo„, die Vietnamesen mit „ò ó o“. Auch dass der Hahn in der Türkei „ü-ürü-üüü“ macht  liegt daran, dass der Buchstabe „ü“ (mit 1,79 Prozent) im Türkischen fast dreimal so oft vorkommt wie im Deutschen (rund 0,6 Prozent).

Besonders verbreitet ist die Onomatopoesie übrigens in der Kindersprache („Mama, guck mal der Wau-Wau!“). Aber auch Ausdrücke in Comics, wie „Rrrrrums„, „Uuuff“ und „Booom“ sind onomatopoetische Wörter.

Hier noch ein ebenso lehrreiches wie unterhaltsames Video zu dem Thema 😉