Kopfhörer – unsere ständigen Begleiter

Es ist mittlerweile ein Bild der Alltäglichkeit für uns geworden – an einer Bushaltestelle steht eine stumme Menschenmasse, niemand spricht, aber doch hören es fast alle: Musik mit ihren Kopfhörern. Die ständige Musikbegleitung ist vor allem bei jüngeren Leuten selbstverständlich geworden. Ob in öffentlichen Verkehrsmitteln wie Busse und Züge, in der Stadt oder auf der Straße – für einen Großteil der Leute müssen ihre Kopfhörer immer dabei sein. Ohne die Lieblings-Hip-Hop, Rock oder Technomusik geht man nicht mehr aus dem Haus. Aber wer war nicht schon mal in der Situation, dass man trotz eines Ohrstöpsel tragenden Mitmenschen jede Zeile des Liedes mitgehört hat, oder viel eher mithören musste? Was es mit dem Kopfhörerkult auf sich hat und was vor allem die gewählte Lautstärke dabei für eine Rolle spielt, soll hier nun genauer beleuchtet werden.


Anfänge

Wer den Schallwandler für das Ohr nun genau erfunden hat ist bis heute nicht festgelegt, da dies mit der Erfindung des Telefons und des Radios einherging. So ließ sich zur Anfangszeit des Radios nur mit einem Kopfhörer-ähnlichem Gerät der Empfang ermöglichen, und das Telefon von A. G. Bell diente auch als eine Art Kopfhörer. Tatsache ist jedoch, dass der erste, offizielle Kopfhörer im Jahre 1910 auf den Markt kam, entwickelt von Nathaniel Baldwin. Große Beliebtheit erlangten die Kopfhörer aber vor allem in den 70er Jahren – innovative und neue Modelle wurden beispielsweise von der Firma Sennheiser entwickelt und verschafften der Kopfhörerpopularität somit bis heute einen erheblichen Schub.


Modelle

Ob große oder kleine, knallbunt leuchtend oder schwarz, sichtbar oder fast unsichtbar – der Fantasie bei der Kopfhörergestaltung scheint mittlerweile keine Grenze gesetzt zu sein. Dass man ein stylisches Accessoire mit sich trägt hat heute oft, noch zusätzlich zum Klang, eine nicht unwesentliche Bedeutung. Mittlerweile gibt es die unterschiedlichsten Modelle, aus denen man sein bevorzugtes Kopfhörersystem auswählen kann.

Angefangen hat alles mit dem klassischen Muschelkopfhörer. Dabei werden die Kopfhörer, die mit einem Bügel miteinander verbunden sind, direkt auf den Ohrmuscheln platziert. Es gibt einerseits den auf dem Ohr aufliegenden (supra-aural), andererseits den das Ohr umschließenden (circum-aural) Muschelkopfhörer. Hierbei handelt es sich um ein vergleichsweise großes und auffälliges Modell, was aber in letzter Zeit wieder mehr Popularität erfährt – denn da die Ohrmuschel komplett bedeckt wird, können Umgebungsgeräusche besser übertönt und der Musikgenuss deshalb weniger beeinflusst werden.

Gegenüberstellend zum Muschelkopfhörer gibt es die Ohrhörer, die wesentlich dezenter und kleiner sind und sich wie „Knöpfe“ ins Ohr stecken lassen. Zu den Ohrhörern zählen die In-Ear-Headphones, die direkt in den Gehörgang eingeführt werden; außerdem gibt es die Earbud-Headphones, die in die Hörmuschel eingesetzt werden. Die Ohrhörer sind zwar handlicher und leichter zu transportieren, jedoch empfinden viele Nutzer vor allem das dauerhafte Tragen irgendwann als unangenehm. Außerdem birgt das direkte Leiten des Schalls in den Gehörgang bei Missbrauch gesundheitliche Gefahren.

 

Lautstärke

Die direkte Beschallung des Gehörs mit der Musik bleibt natürlich nicht ohne Konsequenzen, vor allem wenn die Lautstärke zu hoch ist. Mit Kopfhörern lässt sich eine Lautstärke von bis zu 120 Dezibel im Ohr erreichen – das entspricht in etwa der Lautstärke eines Flugzeugantriebs und überschreitet nach bereits einem Lied schon die tägliche tolerierbare Lärmgrenze des Menschen. Vielen Musikhörern ist diese Belastung des Gehörs nicht bewusst, vor allem nicht die Folgen, die bei Dauerbelastung entstehen können. Dies hängt auch mit den Umgebungsgeräuschen zusammen – ist die Umgebung (z.B. die Fahrgeräusche des Busses oder des Zuges) zu laut, wird auch die Musik lauter gestellt, um wieder ein angemessenes Signal-Rausch-Verhältnis herzustellen. Und die Lautstärke in öffentlichen Verkehrsmitteln kann durchaus einen Wert von 90 dB erreichen – also wird am Regler gedreht, allerdings ist eine Kopfhörerbeschallung jenseits der 90 dB bereits dauerhaft gesundheitsschädlich. Schon nach einer Stunde mit einer Belastung von über 95 dB kann es zu Hörschäden kommen. Auch wenn es sich für die Nutzer nicht unangenehm oder zu laut anhören mag – das Gehör vergisst nichts, und wer heute zu lange zu laut Musik hört, muss im Alter schneller mir generellen Gehörproblemen rechnen.

 

Dem Ohr Ruhe gönnen

Letztendlich lässt sich sagen, dass jeder Kopfhörer bei zu hoher Lautstärke definitiv gehörschädigend ist, unabhängig von Modell, Muschelkopfhörer oder Ohrhörer. Also ist die tägliche Musikdosis lieber mit Vorsicht zu genießen. Als Faustregel gilt, die Lautstärke nie bis zum Anschlag aufzudrehen; außerdem ist es wichtig, dem Ohr auch Ruhepausen zu gönnen und nicht stundenlang mit Kopfhörermusik zu belasten. Nach einer Stunde Musikgenuss sollte man seinem Gehör also auch mal eine Weile Ruhe gönnen.

 

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Quellen:

Internetquellen:

1.        http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/hno-krankheiten/article/826346/hip-hop-126-dezibel-hoerschaeden-drei-minuten.html?sh=1&h=1084324983 [20. 11. 2012]

2.      http://www.sueddeutsche.de/leben/hoerschaden-durch-laute-musik-immer-am-anschlag-1.44318  [20. 11. 2012]

3.      http://www.kopfhoerer.com/ratgeber/ [20. 11. 2012]

Bildquellen:

http://cdn.kopfhoerer.com/wp-content/uploads/kopfhoerer-test-300×199.jpg [20. 11. 2012]

http://www.umweltanalytik.com/images/HFI780.gif [20. 11. 2012]

http://www.sound-systems24.de/out/pictures/1/kopfhoerer_fuer_zwei_personen_jpg.jpg [20. 11. 2012]