Die Drei ??? und ihre (scheinbar schwindende?) Popularität

Die drei ???

Seit nun über 30 Jahren begeistern sie die Zuhörerschaft: Justus Jonas, Peter Shaw und Bob Andrews, Die Drei Fragezeichen, aus Rocky Beach. Frei nach dem Motto „Wir übernehmen jeden Fall“ lösen die drei Detektive schwierige Rätsel und spannende Fälle. Auch über 35 Millionen verkaufte und 150 produzierte Hörspiele setzten der Beliebtheit der Serie kein Ende.

Die drei Fragezeichen am Ende?

Doch kann es ewig so weitergehen? Können Die drei Fragezeichen ihr hohes Niveau beibehalten? Nach den neuesten Meinungen in verschiedenen Foren nicht. Schon seit einiger Zeit gibt es Diskussionen, dass die Qualität der Geschichten nachgelassen habe und sie nicht mehr genauso spannend seien, wie die älteren Folgen. Ist das wirklich so oder sind die Erwartungen einfach gewachsen?

Wie bei jeder Hörspielserie gibt es gute und weniger gute Folgen, je nach Geschmack des jeweils einzelnen Betrachters. Außerdem ist klar, dass es immer schwieriger für die Autoren wird nach so vielen Folgen neue und originelle Ideen, die aber trotzdem typisch für Die drei Fragezeichen sind, zu entwickeln. Aber in letzter Zeit wird des öfteren kritisiert, dass die neuen Geschichten, ab ca. Folge 121, immer langweiliger oder langatmiger seien. Auch sollen sie nicht mehr so gruselig, wie zum Beispiel „Stimmen aus dem Nichts“ (Folge 76) oder „Hexen-Handy“ (Folge 101), sein.

Das nach  mehr als 30 Jahren Veränderungen geschehen ist aber unvermeidlich, das weiß jeder. Mit jeder Folge wachsen die Charaktere mit: Aus den zwölfjährigen Jungs sind drei ca. 16-Jährige Jugendliche geworden, die Autofahren, Freundinnen haben, ausgehen und sich selbst zu helfen wissen. Sie sind nicht mehr so sehr an fremde Hilfe gebunden, wie in den Anfängen: Wenn sie irgendwo hinmüssen, nehmen sie ihr eigenes Auto und wenn sie irgendwo eingesperrt sind, rufen sie mit dem Handy Hilfe oder befreien sich mit einem Dietrich. Aber nicht nur die Charaktere, sondern auch andere Faktoren der Serie verändern sich. Wie zum Beispiel die neue Titelmelodie, die bei einigen auf Ablehnung stößt. Dass sich die Titelmelodie ändert, ist nichts neues. Doch vor allem die langen und unnötigen Einspieler zwischen den Dialogen stören und haben nicht mehr den typischen Drei Fragezeichen-Charakter.

Der Rechtstreit und die Folgen

Auch die Zwangspause nach dem Rechtsstreit und die Übergangslösung „Die Dr3i“ haben vielleicht einen Teil zu dem Unmut der Fans beigetragen. Grundlage war die Frage nach den Rechten und den Lizenzen ein paar Jahre nach dem Tod von Robert Arthur:

1960 erfand der amerikanische Autor Robert Arthur Die drei Fragezeichen unter dem Originalnamen „The three Investigators“, welche beim Verlag Random House verlegt wurden. Für Deutschland erhielt der Kosmos-Verlag die Lizenz zum Vertrieb und Vermarktung. 1979 erwarb das deutsche Hörspiellabel Europa Unterlizenzen vom Kosmos-Verlag für die Adaption einer Hörspielreihe. 2002 gab Random House, nach dem Tod von Robert Arthur 1969 und der Einstellung in den USA Anfang der 90er Jahre, die Rechte an Elizabeth Arthur, der Tochter, zurück. Dadurch wurde der Vertrag zwischen Random House und Kosmos ungültig und der Rechtsstreit ging los. Nach monatelangen Verhandlungen zwischen Elizabeth Arthur und Kosmos, schaltete sich schließlich Sony BMG, der Eigentümer von Europa, ein und erwarb die Lizenzen für Deutschland.

Da Kosmos jedoch die Marke Die drei Fragezeichen europaweit geschützt hatte, wurden die Hörspiele von Europa 2006 unter dem Seriennamen „Die Dr3i“ und mit den Orginalnamen der Hauptcharaktere – Jupiter Jones, Peter Crenshaw und Bob Andrews – vertrieben. Der Kosmos-Verlag setzte seine Buchreihe unter der alten Bezeichnung und mit den bekannten Charakternamen fort. Da sich Sony BMG nun in seinen frisch erworbenen Nutzungsrechten verletzt sah, verklagte sie den Kosmos-Verlag. Nach einem Gerichtsverfahren, versuchten sie sich außergerichtlich zu einigen, was im Februar 2008 der Fall war. Seit dem 4. April 2008 erscheinen wieder neue Hörspiel-Folgen der drei Fragezeichen auf Grundlage der bei Kosmos erscheinenden Bücher. Die Hörspielreihe mit dem Namen „Die Dr3i“ wurden zum 1. Januar 2009 vom Markt genommen.

Inwieweit dieser Rechtsstreit jedoch Auswirkungen auf die Meinung der Fans bezüglich der neuen Folgen hat, ist fast unmöglich zu sagen. Klar ist allerdings, dass vier Jahre nach der Zwangspause kaum einer mehr an „Die Dr3i“-Zeiten denkt und obwohl es viele kritische Meinungen zu den neuen Folgen gibt, gibt es ebenso viele positive Reaktionen. Ob die Kritik nun also berechtigt ist oder nicht, muss jeder für sich selbst entscheiden. Wie man jedoch an den Verkaufszahlen sieht, hat eine der erfolgreichste Hörspielserien Deutschlands noch lange nicht ihr Ende erreicht.