Vom Hören zum Kaufen

Vom Hören zum Kaufen, © Thorben Wengert / PIXELIO'

Vom Hören zum Kaufen, © Thorben Wengert / PIXELIO‘

Wie Musik unser Kaufverhalten beeinflusst…

Musik hat einen großen Einfluss auf unser körperliches Befinden und somit auf unsere Verhaltensweise.

Auch in der Werbung nimmt die Musik eine immer wichtigere Rolle ein. Ob in der Fernsehwerbung, im Radio oder im Kaufhaus – wir können der Werbemusik kaum noch entgehen. Schon im 13. Jahrhundert sollen Händler versucht haben mit Gesängen auf ihre Geschäfte aufmerksam zu machen, um sich somit von ihren Konkurrenten abzuheben.

Doch lässt sich unser Kaufverhalten wirklich von einem „Hintergrundgeräusch“ beeinflussen?

Klar ist jedenfalls, dass Musik im Allgemeinen die Stimmung hebt, und wer gut gelaunt durchs Leben geht, ist vermutlich auch kauffreudiger als jemand, der missgestimmt ist.

Laut einer Studie der Stuttgarter Hochschule der Medien beeinflusst das Tempo der Musik sogar die Geschwindigkeit unseres Ganges und damit natürlich auch unsere Aufenthaltsdauer im Geschäft. Bei ruhiger Hintergrundmusik verweilen Kunden um einiges länger, als bei schneller Musik. Schnelle Musik treibt den Käufer eher an, seine Einkäufe schnell zu erledigen und das Geschäft wieder zu verlassen. Bei langsamer Musik im Hintergrund steigt also die Wahrscheinlichkeit, dass etwas gekauft wird.

Da fragt man sich doch, warum man in bestimmten Boutiquen immer wieder von ohrenbetäubender Techno- oder Housemusik beschallt wird!? Im Rahmen der funktionellen Musik, die man auch als „Muzak“ bezeichnet, wird mittlerweile zwischen Hintergrund-und Vordergrundmusik unterschieden. Um eine engere Bindung zum Kunden zu erreichen, setzen Unternehmen aus dem Bereich Lifestyle auf moderne auffälligere Musik, denn wenn dem Kunden die Musik zusagt, kommt er gerne wiedersoweit die Theorie. Denn da ist es dann auch wieder Geschmackssache: Wo der eine am liebsten fluchtartig das Geschäft verlassen würde, kommt der andere erst richtig in Fahrt.

Bei der Fernseh- oder Radiowerbung zielt ebenfalls alles darauf ab, durch Musik die Kauflust beim potentiellen Käufer zu wecken. Die ausgelöste gute Stimmung soll sich im Idealfall dauerhaft mit dem vermarkteten Produkt verknüpfen.

Als gutes Beispiel geht das Unternehmen Coca Cola voran. Die Musik aus den Werbespots weist eine Mischung aus Humor und guter Laune auf, die dem Zuschauer bzw. dem Zuhörer im Gedächtnis bleibt. Auch dieses Jahr pünktlich zur Fußball-Weltmeisterschaft vermarktete Coca Cola sein Produkt mit dem Song „Waving Flags“ von K’naan, der auf jeden Fall ein gewisses Summer-Feeling auslöst.

Andere Unternehmen setzen mittlerweile ebenfalls auf den Gute-Laune-Faktor. Das eher langweilige Thema Wäschewaschen wird zum Beispiel im Ariel Color- Werbespot mit dem Song „Âllo Âllo“ von Les Sans Culottes aufgepeppt. Durch das neue Produkt wird Wäschewaschen zum Kinderspiel und genau das soll durch die Hintergrundmusik suggeriert werden.

Ob ein einzelner Song uns dazu bringen kann, ein bestimmtes Produkt zu kaufen, sei dahingestellt, doch er trägt auf jeden Fall dazu bei, dass es uns im Gedächtnis bleibt.


Quellen:

http://de.wikipedia.org/wiki/Muzak

http://www.mediacultureonline.de/fileadmin/bibliothek/zander_kapp_werbung/zander_kapp_werbung.pdf)

http://www.epos.uni-osnabrueck.de/music/templates/buch.php?id=65&page=/music/books/k/kluj006/pages/27.htm