Ein lachender Kirchturm….Durch Klangveränderung Menschen wachrütteln

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Stellen Sie sich vor es ist ein schöner sonniger Tag. Man läuft die Strasse entlang und plötlzlich hört man ein Gelächter. Man dreht sich nach rechts und links um, doch keine Menschen weit und breit. Wo kommt das Gelächter her? Verdutzt versuchen Sie zu lokalisieren woher das Lachen kommt. Sie haben soeben einen Kirchturm erreicht und bemerken das Gelächter schallt von der Kirche. Sie sind irritiert und trauen Ihren Ohren nicht. Ein lachender Kirchturm? Ja, sie haben richtig gehört, das Lachen kommt vom Kirchturm.

Diese Klanginstallation ist eine Kunstaktion von Carolyn Krüger und Brigitte Kottwitz. Die beiden Frankfurter Künstlerinnen haben mit Ihren caBri Projekt „Lachen erlaubt“ und der damit verbundenen Klang- Lach- Installation schon so einige Kirchtürme zum Lachen gebracht. Doch was genau verbirgt sich hinter dieser Aktion? Das möchten wir uns mal näher betrachten.

Projekt „Lachen erlaubt“

Die Erstaufführung eines lachenden Kirchturms fand an der alten Kirche in Hausen am Odenwald 2007 statt. Es folgte die Installation im Turm der Wartburgkirche in Frankfurt am Main vom 18.6-4.7.2010. Knapp ein Jahr später dürfte auch der Turm in der Emmaus Kirche in Berlin lachen vom 23.4 bis zum 7.5.2011. An der Kunstaktion nahm ebenfalls vom 14 Juli bis zum 29 Juli 2012 das Rathaus Alsfeld teil. Und zuletzt wurde vom 10.8 bis zum 24.8.2012 die Elisabethenkirche in der Schweiz, in Basel mit der Lach-Klang-Installation ausgestattet. Dabei erschallte im Viertelstunden Takt ein Lachen im Rhythmus der Zeitsignalisierung des traditionellen Glockenschlags. Das Lachen steigert sich in dem Stundentakt. Das heißt zur Viertelstunde erscheint ein leichtes Lachen, zur halben Stunde ein stärkeres, zur Dreiviertelstunde ein noch stärkeres und zur vollen Stunde bricht es in ein schallendes Lachen aus.

Sich „Gehör“ verschaffen

Hinter diesem Kunstprojekt steht eine wichtige Botschaft. Den beiden Künstlerinnen wirken seit Jahren in der globalen Lachbewegung mit. So gründete Birgitte Kottwitz im Juli 1999 den Lachclub Frankfurt und leitet diesen bis jetzt. Carolyn Krüger betreibt das deutsche Lachyogaforum, welches unter der Homepage Lachclub.info zu finden ist.

So setzten sich die Künstlerinnen gezielt mit dem Lachen im Alltag auseinander und suchten eine Möglichkeit auf das Lachen im Alttag aufmerksam zu machen. Dabei entstand die Idee des Projekts eine Lach-Klang-Installation zu machen. Der Lachklang würde von sechs Frauen, fünf Männern, zwei Kindern sowie einen Baby eingefangen. Mithilfe des Einsatzes von Akustikklängen und somit der Sinneswahrnehmung durch das Gehör wird eine rasante Beachtung zu der Kunstaktion erzielt. Denn dem Gehör kann sich der Mensch nicht so schnell entziehen wie dem Augensinn. Durch die Klangirritation ist der Mensch mit einem Thema automatisch konfrontiert. Das nicht zu ortbare Lachen verwirrt einen und man stellt sich zunächst mit der Frage auseinander, ob man selber gerade ausgelacht wird. Auf der Suche nach der Quelle des Lachens findet schon die Bezugnahme zu der Thematik und der Botschaft statt.

Intention des lachenden Klangprojekts

So stecken hinter dieser Klanginstallation theologische und philosophische Aspekte. Es geht den Künstellerinnen um das Aufmerksam machen des verlorenen Lachens in unserem Alttag. Dem zu Folge fügt egal in welchem Bereich eine Irriation zu viel Aufmerksamkeit, Diskussion als auch Kritik. Es geht meistens um Provokationen in der Kunst, so dass sich etwas bewegt. Und so erreicht das Thema sein Ziel, es ist im Gepräch! So folgten Diskussion über das Verhältnis von Religion und Humor und die damit verbunden Angst, das die Ernsthaftigkeit der Kirche damit verloren geht. Aber die Künstlerinnen wollen an den Stellenwert des Lachens erinnen, denn dieser ist von immenser Bedeutung. Heutzutage hört man ständig von Burn-Outs, Depression, Stress und anderen Zukunftsängsten. Doch würden wir mehr lachen, wären wir automatisch streffresistenter und würden gleichzeitig mehr Stress abbauen. Allein schon vom Zuhören eines Lachens muss man meistens mitlachen und genau dies war auch Ziel des Projektes, die Menschen zum Mitlachen anregen.

smiling-baby-girl-11291665264HgIAuswirkungen von Lachen

Amerikanische Gelotologen (Gelos vom griech. =lachen) untersuchten das Lachen auf die körperlichen Auswirkungen von  Körper und Psyche. Dabei fanden sie heraus das es erstaunlich viele positive Aspekte auf den Menschen ausübt. So fordert das Lachen auf körperlicher Ebene zur Stärkung des Immunsystems, zur Reduzierung von hohen Blutdruck, fordert die Beweglichkeit der Kiefergelenke, ebenso stoppt es fortschreitende Herzerkrankungen und reinigt und stärkt die Atmungsorgane, sowie schützt es vor Diabetes und stellt ein inneres Joggen dar und wirkt effektiv wie Aerobic. Auf geistiger Ebene bewirkt das Lachen Stressabbau und wirkt wie ein Antidepressivum. Des Weiteren reduziert es Angst und psychosomatische Beschwerden und fördert zwischenmenschliche Beziehungen stärkt das Selbstvertrauen.

Gezielte Arbeit mit Lachen

Es ist erstaunlich, das dieser bestimmte Klang nämlich des Lachens soviel in unserem Körper und Geist bewirkt. Aus diesem Grunde wird seit den 80er Jahren in den USA das Lachen therapeutisch eingesetzt. Viele europäische Länder nehmen sich ein Beispiel daran und setzten beispielsweise Clownvisiten in Krankenhäusern ein, um kranke Kinder auf positive Gedanken zu bringen und Ihnen Energie zu geben und so ihr Leben etwas zu erleichtern.

Eine weltweite Lachbewegung verbreitete ein praktischer Arzt und Yogalehrer aus Mumbai namens Madan Kataria. Mit seiner Ehefrau erfanden sie das Lachyoga und gründeten 1995den ersten Lachclub in Indien. Weltweit gibt es mittlerweile 6000Lachclubs, davon sind 150 in Deutschland. Um ein Zeichen für den Weltfrieden und die globale Brüderlichkeit und Freundschaft zwischen allen Kulturen zu setzten, rufte Kataria 1998 den Weltlachtag ins Leben. Dieser findet seitdem jährlich am ersten Sonntag im Mai weltweit statt. Dabei wird gemeinsam weltweit für drei Minuten gelacht.

 So möchten auch wir von klangschreiber Sie heute aufrufen mehr zu lachen im Alltag. Es ist nicht nur gut für Ihre eigene Gesundheit, sondern erfreut auch Ihre Mitmenschen. Jeder Mensch kann lachen und es ist eine universelle Geste, und aus diesem Grund verabschieden wir uns mit einem …

 smiley

 

 

 

 

 

 

 

 

Quellen:

http://www.cabrikunst.de

http://www.lachclub.info/bilder/2012/Basel_Pressetext.pdf

http://www.lachclub-frankfurt.de/

http://www.laughteryoga.org

Fernsehbeitrag sat1 17.30live:

http://www.1730live.de/archiv/news-details/datum/2010/07/01/die-lachende-kirche.html

Bildquelle:

http://www.cabrikunst.de/index_lachen_wartburg.htm